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Text: Thomas Masuch
Addiblast: Sehr große und schwere Bauteile entpulvern
Addiblast stellt das Mars05 XL vor, ein System für die automatisierte Pulverentfernung außergewöhnlich großer und schwerer AM-Bauteile. Es ist für Baugrößen von bis zu 1.375 × 1.375 × 1.700 mm und Lasten von bis zu 7.000 kg ausgelegt. Das Mars05 XL verfügt über einen geschlossenen Arbeitsraum und kombiniert eine kontrollierte Zweiachsrotation mit Vibration, um loses und festsitzendes Pulver zu lösen. Der Entpulverungsprozess lässt sich an die Geometrie und Komplexität der gedruckten Bauteile anpassen. Das System ist nicht auf ein bestimmtes Metallpulver beschränkt. Dank seiner ATEX-konformen Bauweise eignet es sich sowohl für reaktive als auch für nicht reaktive Pulver. Das entfernte Pulver kann zur weiteren Verarbeitung pneumatisch aus dem System befördert werden.
Addiblast by FerroCrtalic auf der Formnext 2026: Halle 12.0, Stand C12
BMF: Oberflächen reinigen und verfestigen
Die BMF GmbH hat ein neues Verfahren entwickelt, das AM-Bauteile in einem abgestimmten Prozess reinigt und gleichzeitig die mechanischen Eigenschaften der Oberfläche gezielt beeinflusst. Ein Bestandteil des Verfahrens ist das sogenannte Shot Peening. Dabei treffen kleine Stahlkugeln mit hoher Geschwindigkeit auf die Bauteiloberfläche. Durch die mechanische Einwirkung wird die oberflächennahe Werkstoffzone plastisch verformt. Dabei können Druckeigenspannungen, die sich unter anderem auf die Ermüdungsfestigkeit und das Verschleißverhalten des Bauteils auswirken können, in die Randzone eingebracht werden. Über definierte Strahlparameter lassen sich die Eigenschaften der behandelten Oberfläche gezielt einstellen. Neben geometrischen bzw. topografischen Merkmalen wie der Oberflächenrauheit stehen insbesondere mechanische Eigenschaften der Randzone im Fokus. Durch die kontrollierte Einstellung und Dokumentation relevanter Strahlparameter will BMF definierte Bearbeitungsergebnisse reproduzierbar machen, was insbesondere für industrielle Serienanwendungen von Bedeutung ist.
BMF auf der Formnext 2026: Halle 11.0, Stand B30
Grenzebach: Automatisiertes und vernetztes Post-Processing
Aufbauend auf seinen einzelnen Automatisierungslösungen bietet Grenzebach Additive Solutions nun auch herstellerunabhängige End-to-End-Lösungen für die gesamte Nachbearbeitungsumgebung und übernimmt dabei die Gesamtprojektverantwortung. Das Unternehmen kombiniert automatisiertes Be- und Entladen mit Transport-, Puffer- und Nachbearbeitungslösungen. Autonome Transportlösungen übernehmen den Materialfluss zwischen den einzelnen Stationen. „Für eine produktive additive Serienfertigung reicht es nicht, einzelne Maschinen zu optimieren. Entscheidend ist, was zwischen den Maschinen passiert. Unterschiedliche Prozesszeiten, Materialflüsse und Technologien müssen intelligent aufeinander abgestimmt werden“, sagt Dimitrios Livadas, CEO von Grenzebach Additive Solutions. Dafür werden eigene Maschinen und Automatisierungslösungen für das Post-Processing mit bestehenden Anlagen und Lösungen weiterer Hersteller kombiniert.
Grenzebach Additive Solutions auf der Formnext 2026: Halle 12.0, Stand D61
Fraunhofer IAPT: Kontrollierte Brüche durch Ultraschall
Die Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien IAPT zeigt erstmals ein neues Verfahren zum Entfernen der Stützstrukturen additiv gefertigter Bauteile aus Metall. Das Vorgehen nutzt hochfrequente mechanische Schwingungen im Ultraschallbereich für einen automatisierten Entstützungsprozess. Neben höherer Arbeitssicherheit, Zeit- und Kostenersparnis ermöglicht das neue Verfahren laut IAPT mehr Prozessstabilität, eine bessere Reproduzierbarkeit und eine konsistente Qualität. Das Team des Fraunhofer IAPT kombiniert für die neue Methode bauteilspezifische Schwingungsanregungen mit speziell angepassten Stützstrukturdesigns. Daneben präsentiert das IAPT erstmals eine Lösung zum automatischen Entpulvern für PBF-Verfahren. Dafür wurde ein kollaborativer Roboter (Cobot) mit einem Spannsystem für die Handhabung von Bauteilen und Bauplatten ausgerüstet und eine Zelle für das Entpulvern entwickelt. Die flexible Lösung verbindet Arbeitsschutz mit Kosteneinsparungen, Qualitätssteigerung und einem hohen Grad an Pulverrückgewinnung.
Fraunhofer IAPT auf der Formnext 2026: Halle 12.0, Stand C51
Solukon: Bis zu 800 kg schwere LPBF-Bauteile entpulvern
Mit der neuen SFM-AT850 erweitert Solukon sein Portfolio um ein automatisiertes Entpulverungssystem für große LPBF-Bauteile. Das neue Entpulverungssystem, das auf der Formnext 2026 seine Weltpremiere feiert, ist mit der SPR-Pathfinder-Software kompatibel. Diese berechnet anhand der CAD-Datei des Bauteils den passenden Bewegungsablauf. Bereits in der Designphase können Anwender so prüfen, ob sich ihre Geometrie entpulvern lässt. Die SFM-AT850 kann Bauteile mit einem Gewicht von bis zu 800 kg (500 kg mehr als das Vorgängermodell SFM-AT800-S) und Abmessungen von bis zu 650 × 650 × 800 mm aufnehmen. Die SFM-AT850 reinigt mit der SPR-Technologie (Smart Powder Recuperation): Programmierbare 2-Achs-Rotation und Schwingungsanregung machen das Pulver fließfähig und lassen es aus den komplexesten Kanälen auslaufen. Für reaktive Materialien wie Aluminium oder Titan kann die SFM-AT850 mit Schutzglas inertisiert werden. Neu sind je zwei zusätzliche Druckluft- und Schutzgasanschlüsse am Drehteller, die zum Beispiel für eine zusätzliche Ausblaslösung am Drehteller genutzt werden können. Für besonders hohe Bauteile ist die SFM-AT850 optional mit einem längeren Schwenkarm verfügbar. Damit können Bauteile mit einer Höhe von bis zu 1.050 mm entpulvert werden.
Solukon auf der Formnext 2026: Halle 12.0, Stand D58
Bilder: Solukon
Becker AMS: Pulverrückgewinnung, Langzeitfiltration und Passivierung
Becker Additive Manufacturing Solutions (Becker AMS) präsentiert mit CycleAM eine neue Lösung für das „Process Gas Management“ im metallischen LPBF-Verfahren. Das System verbindet Pulverrückgewinnung, Langzeitfiltration und eine patentierte automatische Passivierungstechnologie. Ein Zyklon separiert Pulver aus dem Prozessgasstrom, bevor dieser die nachgelagerte Filtration erreicht. Das zurückgewonnene Pulver kann anschließend gesiebt und entsprechend den jeweiligen Material- und Qualitätsanforderungen für eine mögliche Wiederverwendung qualifiziert werden. Gleichzeitig reduziert die vorgeschaltete Separation die Belastung der nachfolgenden Filtration. Beim metallischen LPBF entstehen insbesondere bei der Verarbeitung reaktiver Werkstoffe wie Titan feine, reaktive Prozessrückstände und Kondensate, die besondere Anforderungen an Handling, Lagerung und Entsorgung stellen. Mit der patentierten Passivierungstechnologie werden diese Rückstände automatisiert innerhalb des Systems behandelt und in einen nicht reaktiven und nicht explosionsfähigen Zustand überführt.
Becker AMS auf der Formnext 2026: Halle 12.0, Stand G101
Toolcraft: 550 m2 großer Reinraum
Gerade in sensiblen Branchen wie der Halbleiterindustrie, der Raumfahrt oder der Satellitentechnik können Verunreinigungen im Mikro- und Submikrometerbereich die Funktion empfindlicher Komponenten beeinträchtigen. Toolcraft bietet deshalb ein breites Spektrum an technischen Feinst-Reinigungsverfahren. Dabei kombiniert Toolcraft nasschemische und physikalische Verfahren, die präzise und individuell auf Werkstoffe, Geometrie und Reinheitsanforderungen abgestimmt werden. Die Reinigung erfolgt in einem 550 m2 großen Reinraum der ISO-Klasse 6. Die darin vorhandenen Anlagen sind für Bauteile mit Abmessungen von bis zu 1.500 × 1.700 × 1.500 mm und einem Gewicht von bis zu 1.200 kg ausgelegt. Somit lassen sich auch großformatige und schwere Komponenten unter kontrollierten Reinraumbedingungen reinigen. Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem die Vakuum-Trockenreinigung mit anschließender Restgasanalyse (RGA), die Nassreinigung im Ultraschallbad sowie Verfahren zur Kühlkanal- und Hochdruckreinigung. Sämtliche Reinigungsprozesse und Prüfverfahren sind laut Toolcraft-Angaben validiert, rückverfolgbar und erfüllen zudem die Anforderungen gemäß ASTM E595.
Toolcraft auf der Formnext 2026: Halle 12.0, Stand C41
Bilder: Toolcraft