Mit den Formnext Awards rücken wir innovative Konzepte ins Rampenlicht, die das Potenzial haben, die industrielle Fertigung nachhaltig zu verändern. Die Formnext gibt Ideen die Bühne, die sie verdienen.
Zum Hintergrund
Die Welt der Additiven Fertigung lebt von talentierten, motivierten und kreativen Köpfen, die mit ihren Ideen und ihrem Engagement die Technologie und damit die gesamte Branche vorantreiben. Diese Menschen verdienen es, dass ihre Innovationen die Aufmerksamkeit erhalten, die ihrem Potenzial gerecht wird. Mit den Formnext Awards schaffen wir genau diese Bühne – und rücken zukunftsweisende Konzepte ins Rampenlicht, die die moderne Fertigung nachhaltig weiterentwickeln.
Die Finalisten stehen fest!
Jetzt sind Sie gefragt: Geben Sie Ihren Favoriten Ihre Stimme!
Wie schon im letzten Jahr können Sie mit mitentscheiden, welche Ideen ausgezeichnet werden. Denn das Voting des Publikums zählt als zusätzliche Jurorenstimme: Sowohl die Besucher der Formnext vor Ort als auch online haben die Möglichkeit, in jeder der sechs Kategorien einem der Finalisten ihre Stimme zu geben und so das Endergebnis mitzubestimmen.
Die Verkündung der Sieger samt Preisverleihung findet am Donnerstag, 19.11.2026, ab 16:10 Uhr auf der Industry & Application Stage (Halle 11.0, Stand D72) statt. Die Gewinner erhalten neben einer vom AM Künstler-Duo Sutosuto designten und von FKM produzierten Trophäe attraktive Gewinnerpakete.
Machen Sie mit und wählen Sie Ihren Favoriten zum Gewinner!
+++ Bis Donnerstag, 19.11.2026 um 12:00 Uhr ist die Abstimmung für alle Kategorien möglich! +++
Besuchen Sie unbedingt auch die Formnext Awards Sonderschau (Halle 11.0, Stand F60). Hier können Sie alle Finalisten live erleben.
Finalisten & Voting
AMbassador Award
Der AMbassador Award ehrt herausragende Einzelpersonen oder Organisationen, die durch innovative Trainings- und Ausbildungsansätze, Projekte oder ihre persönliche Fürsprache einen einzigartigen Einfluss auf die Branche und die Anwender nehmen.
Die Finalisten
Aditiva Brasil
Brasilien verfügt über starke Kompetenzen in der Additiven Fertigung, doch lange Zeit waren sie fragmentiert und schwer auffindbar. Unternehmen wussten nicht, welche Dienstleister, Forschungseinrichtungen oder Zulieferer ihre Probleme lösen konnten, und internationale Partner hatten noch weniger Überblick. Der Maschinenbauingenieur Luan Saldanha wollte das ändern.
Er entwickelte die Additive Manufacturing Map of Brazil, eine unabhängige Publikation, die das AM-Ökosystem des Landes sichtbar macht und vernetzt. Die fünfte Ausgabe erfasste 249 Organisationen, darunter Anlagen- und Materialanbieter, Dienstleister, Wissenschafts- und Technologieeinrichtungen, Start-ups und Veranstaltungen, und wurde auf dem 3. Petrobras-Workshop für additive Fertigung vorgestellt. Daraus entstand Aditiva Brasil, eine digitale Plattform, die heute mehr als 400 technologische Ressourcen aus Industrie, Forschung, Start-ups, Zulieferern, Infrastruktur und Bildung erfasst.
Über das Mapping hinaus erweitert Luan den Zugang zu AM-Wissen. Er gibt Panorama MA heraus, einen portugiesischsprachigen AM-Newsletter, betreibt das Industrie-Nachrichtenportal Manufatura Digital, erstellt Bildungsinhalte auf YouTube und Instagram und lehrt in Kursen, Vorträgen und Postgraduiertenprogrammen. Sein Ansatz ist technisch fundiert und frei von Hype – für Ingenieure und Führungskräfte, die echte Entscheidungen über den Einsatz von AM treffen müssen.
Seine Arbeit verwandelt verstreutes Wissen in Verbindungen, die die industrielle Anwendung fördern. Als Finalist des Formnext AMbassador Award möchte er das brasilianische AM-Ökosystem stärker in den internationalen Dialog einbringen und seine Kompetenzen mit der globalen AM-Community vernetzen.
Die Projektvorstellung finden Sie live auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
Imperial College London
Professor Leroy Gardner und die Forschungsgruppe für Stahltragwerke (Steel Structures Research Group) am Imperial College London fördern die Einführung der metallischen Additiven Fertigung (Additive Manufacturing, AM) im Bauwesen, indem sie Forschungsergebnisse in praxisnahe Lösungen für das konstruktive Ingenieurwesen überführen. Ihre Arbeit vereint experimentelle Forschung, strukturelle Optimierung, Designentwicklung, robotergestützten Metall-3D-Druck sowie Versuche im Maßstab 1:1, um das für eine sichere und effiziente Umsetzung erforderliche Wissen und die notwendige wissenschaftliche Evidenz bereitzustellen.
Die Forschung der Gruppe umfasst wegweisende Demonstratoren im Maßstab 1:1, die die Möglichkeiten des strukturellen Additive Manufacturing kontinuierlich erweitert haben. Die Zusammenarbeit mit MX3D trug zur weltweit ersten 3D-gedruckten Stahlbrücke bei und demonstrierte die Machbarkeit der metallischen Additiven Fertigung im strukturellen Maßstab. Die Imperial–Shimizu Garden Bridge zeigte, wie sich die gestalterische Freiheit der Additiven Fertigung durch strukturelle Optimierung gezielt nutzen lässt. Darüber hinaus veranschaulicht ein hybrides Stahlfachwerk im Maßstab 1:1 mit additiv gefertigten Knotenpunkten, wie Additive Manufacturing die Verbindung zwischen strukturoptimiertem Design und praxisgerechtem Stahlbau schaffen kann.
Durch Forschung, Lehre, wissenschaftliche Veröffentlichungen und die enge Zusammenarbeit mit der Industrie arbeitet die Gruppe daran, Hemmnisse für die Einführung dieser Technologie abzubauen, technische Kompetenzen aufzubauen und das strukturelle Additive Manufacturing von einer innovativen Entwicklung hin zu einer skalierbaren Baupraxis weiterzuentwickeln.
Die Projektvorstellung finden Sie live auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
TU Darmstadt – AM Center
Das Additive Manufacturing Center (AMC) der TU Darmstadt ist eine offene Lern-, Forschungs- und Technologietransferplattform mit dem Ziel, Additive Fertigung zugänglich, verständlich und praktisch anwendbar zu machen.
Mit einem Fokus auf pulverbasierten Verfahren bilden wir in unserem Technikum die gesamte AM-Prozesskette ab – von der Pulververdüsung über die Fertigung mittels PBF-LB/M und High-Speed-DED bis hin zu Nachbearbeitung und Qualitätsbewertung durch mechanische Prüfung und Materialanalysen. Mit der kombinierten Expertise aus 13 Fachgebieten der TU Darmstadt schaffen wir ein interdisziplinäres Umfeld. Forschende, Studierende und Fachkräfte aus Unternehmen können hier Seite an Seite experimentieren und neue Lösungen entwickeln.
Zentraler Teil unserer Mission ist die Ausbildung von Fachkräften für die Additive Fertigung. Jährlich absolvieren 50 bis 60 Studierende unsere Lehrangebote, mehr als 20 studentische Projekte werden in unseren Laboren durchgeführt und unsere Forschung hat in drei Jahren zu 10 Promotionen geführt. Gemeinsam mit der IHK Rhein-Main führen wir mehr als 40 Auszubildende an AM heran, während über 50 Fachkräfte aus der Industrie durch AMC-Workshops und Veranstaltungen mit unseren Partnern geschult werden. Offene Labortage und Führungen erreichen jährlich weitere 200 bis 300 Besucherinnen und Besucher.
Darüber hinaus senken wir Einstiegshürden für KMU und Start-ups indem wir Beratung zur Machbarkeit, zum Design und Zugang zu industrieller AM-Ausstattung anbieten, bevor eigene Investitionen getätigt werden müssen. Partnerschaften mit VDMA, HessenMetall und Hessen Trade & Invest erweitern unsere Reichweite in die Industrie und stärken das AM-Ökosystem in der Region Frankfurt-Darmstadt und darüber hinaus.
Für uns geht es bei AM nicht nur um Maschinen und Prozesse. Es geht um Menschen, Kompetenzen, eine sichere und verantwortungsvolle Anwendung und darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem neue Anwender aus Ideen reale Anwendungen entwickeln können.
TU Darmstadt auf der Formnext: Halle 12.0, D21 und auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
Design Award
Durch die Identifizierung von Konzepten, die sowohl ästhetische als auch funktionale Aspekte berücksichtigen, hebt der Design Award die Bedeutung von intelligentem und einfallsreichem Design für AM hervor.
Die Finalisten
Agnikul Cosmos Private Limited
Agnikul Cosmos definiert den Zugang zum Weltraum neu – mit einem einteiligen, 3D-gedruckten, semikryogenen Raketentriebwerk, das von der ersten Designentscheidung an konsequent für die Additive Fertigung entwickelt wurde.
Anstatt mehr als 1.200 konventionell gefertigte Bauteile, Schweißnähte, Dichtungen und Schnittstellen zu montieren, integriert Agnikul Einspritzsystem, Brennkammer, Treibstoffkanäle, regeneratives Kühlsystem und tragende Strukturen in einer einzigen, durchgängigen Architektur aus Inconel.
Seine skulpturale Form folgt konsequent der Funktion: Jede Kontur dient der Strömungsführung, Kühlung, Verbrennung, Wärmeübertragung oder Lastaufnahme. Das metallische Laser-Pulverbettverfahren ermöglicht komplexe, eng geführte innere Geometrien, deren konventionelle Fertigung äußerst aufwendig, zeitintensiv oder wirtschaftlich kaum vertretbar wäre. Der digitale, werkzeuglose Herstellungsprozess beschleunigt zudem Entwicklungszyklen erheblich und verkürzt die Produktionszeit von mehreren Monaten auf wenige Tage.
Dabei handelt es sich nicht um ein konventionelles Triebwerk, das nachträglich an den 3D-Druck angepasst wurde. Vielmehr wurde eine vollständig additiv gedachte Antriebsarchitektur entwickelt, die die Möglichkeiten der Additiven Fertigung von Grund auf nutzt.
Der erfolgreiche Einsatz im Rahmen der Agnibaan SOrTeD-Mission im Jahr 2024 zeigte, dass intelligentes Design for Additive Manufacturing (DfAM) weit über die Prototypenentwicklung hinausgeht und auch bei flugkritischen Anwendungen höchste Leistungsanforderungen erfüllen kann. Das Projekt verdeutlicht, wie Additive Fertigung reaktionsschnellere, flexiblere und besser zugängliche Startdienstleistungen für die Raumfahrt ermöglichen kann.
Die Projektvorstellung finden Sie live auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
Maya Kaplan – Computational Bra
Computational Bra ist ein vollständig 3D-gedruckter BH, der untersucht, wie computergestützt entwickelte Textilstrukturen Elastizität, Halt und Kompression innerhalb eines einzigen Kleidungsstücks gezielt gestalten können.
Ein herkömmlicher BH besteht aus zahlreichen Komponenten wie Polstern, Bügeln, Verstärkungen, elastischen Bändern und Klebstoffen. Dieses Projekt verzichtet auf all diese Elemente, ohne dabei Leistungseinbußen in Kauf zu nehmen: Ihre Funktionen werden direkt in das Textil integriert und aus einem einzigen Material, thermoplastischem Polyurethan (TPU), auf einem Desktop-FDM-3D-Drucker gefertigt.
Inspiriert von funktional entwickelter Strickware, bei der unterschiedliche Strukturen gezielt verschiedenen Bereichen eines Kleidungsstücks zugeordnet werden, entwickelte Maya Kaplan eine Bibliothek algorithmisch generierter Textilstrukturen. Diese reichen von dehnbar und flexibel bis hin zu steif und stützend.
Ein in Grasshopper entwickelter Algorithmus ordnet dem BH entsprechend seiner jeweiligen Funktion die passenden Strukturen zu: Die Cups sind so gestaltet, dass sie sich ausdehnen und das Brustvolumen aufnehmen können, der Unterbrustbereich ist fester ausgeführt und übernimmt die Funktion eines Bügels, während die Träger Stabilität mit Elastizität und Formrückstellung kombinieren. Der G-Code wird direkt aus Grasshopper generiert, wodurch eine vollständige Kontrolle über Werkzeugbahn, Materialextrusion und Druckgeschwindigkeit möglich ist.
Das Schnittmuster wird in einzelne Teile unterteilt, die auf die Bauplattform des Druckers passen. Für deren Verbindung wurde ein innovativer Ansatz entwickelt: Der Druckkopf selbst fungiert als Nähmaschine. Hierfür wurde eine Reihe gedruckter „Nähte“ mit unterschiedlichen mechanischen Eigenschaften entwickelt. Diese entstehen dadurch, dass die Bewegungsbahn des Druckkopfs so programmiert wird, dass er sich nichtlinear im Raum bewegt und die einzelnen Teile miteinander verbindet.
Das Ergebnis ist eine neue Ästhetik datengetriebenen Textildesigns, bei der die funktionalen Eigenschaften direkt in ein einziges Kleidungsstück aus einem einzigen Material integriert sind. Das Projekt zeigt einen möglichen Weg zu bedarfsgerecht produzierter, individuell anpassbarer Bekleidung auf, die lokal hergestellt, auf persönliche Körpermaße abgestimmt und künftig, mit nachhaltigen druckbaren Materialien, nach ihrem Lebenszyklus potenziell recycelt werden könnte.
Das Projekt entstand im Rahmen des Kurses Digital Design and Craft im Masterstudiengang Industrial Design am Technion – Israel Institute of Technology.
Die Projektvorstellung finden Sie live auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
LEVIN CENTER / Tel Aviv Sourasky University Medical Center
Knochenkrebs im Kindes- und Jugendalter führt häufig zu Amputationen oder zu belastenden Megaprothesen, die beispielsweise den Erhalt des Kniegelenks unmöglich machen. Dieses monolithische, anatomisch angepasste Titanimplantat setzt neue Maßstäbe in der pädiatrischen onkologischen Orthopädie.
Durch die Kombination einer patientennahen 3D-Operationsplanung mit dem 3D-Druck aus medizinischem Ti-6Al-4V-Titan konnte das natürliche Kniegelenk des Patienten vollständig erhalten werden. Das Implantat vereint dynamische Lastaufnahme und biologische Verankerung in einer einzigen Struktur:
- Lasttragender Y-Rahmen (Y-Frame): Leitet die Belastungen beim Gehen direkt in den intramedullären Kanal weiter und wurde mittels Finite-Elemente-Analyse (FEA) validiert.
- Octet-Truss-Gitterstruktur: Fördert das Einwachsen von Knochengewebe und unterstützt eine stabile Rekonstruktion des kortikalen Knochens.
Anstelle einer dauerhaften funktionellen Einschränkung konnte der Patient zu einem aktiven Leben mit sportlicher Betätigung zurückkehren. Damit wurde aus dem reinen Überleben einer Krebserkrankung eine echte funktionelle Genesung.
Das Titanimplantat wurde von Sharon-Tuvia Ltd. auf einer Anlage von 3D Systems additiv gefertigt und nachbearbeitet. Der Eingriff erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der National Unit for Orthopedic Oncology des Tel Aviv Sourasky Medical Center, die sowohl den chirurgischen Behandlungsplan als auch das Design des patientenspezifischen Implantats gemeinsam entwickelte.
Die Projektvorstellung finden Sie live auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
(R)Evolution Award
Bahnbrechende Produkte, Technologien oder Dienstleistungen, die einen besonderen Mehrwert für den Anwender bieten, werden mit dem (R)Evolution ausgezeichnet.
Die Finalisten
Boston Micro Fabrication (BMF)
Viele Ingenieurinnen und Ingenieure benötigen Bauteile mit Merkmalen, die für konventionelle Fertigungsverfahren zu klein, zu filigran oder zu komplex sind. Oft wird dabei gar nicht in Betracht gezogen, dass der 3D-Druck solche Komponenten herstellen könnte. Genau für diese Anwender wurde die microArch® S150-Serie entwickelt.
Die microArch S150 ist ein kompakter Desktop-Drucker auf Basis der von BMF entwickelten Projection Micro Stereolithography (PµSL)-Technologie. Das System erreicht eine optische Auflösung von 25 μm, eine Positioniergenauigkeit von ±3 μm sowie Schichtdicken von bis zu 10 μm innerhalb eines Bauraums von 80 × 48 × 50 mm. Dadurch entstehen Bauteile, die die CAD-Vorgaben mit höchster Präzision wiedergeben.
Druck auf Mikrometer-Niveau war bisher meist spezialisierten Laboren vorbehalten, da solche Systeme komplex, kostenintensiv und nur mit entsprechendem Fachwissen zu bedienen waren. Die S150 wurde entwickelt, um diese Hürden abzubauen. Eine Ein-Knopf-Bedienung und integrierte Druckparameter ermöglichen einen schnellen Einstieg ohne aufwendige Parametrierung. Zudem verbleibt eine seitlich verschiebbare Membran zwischen den Druckvorgängen im System, wodurch sich der Handhabungsaufwand reduziert und Stillstandszeiten minimiert werden. Auch Unternehmen ohne spezialisierte Fachkräfte für Mikrofertigung können diese Technologie dadurch intern einsetzen.
Bislang waren Strukturen dieser Größenordnung häufig nur durch Mikrobearbeitung, Lithographie, Mikrospritzguss oder aufwendige manuelle Montage realisierbar – verbunden mit langen Entwicklungszeiten und hohen Werkzeugkosten. Mit der microArch S150 können Ingenieurinnen und Ingenieure solche Bauteile direkt selbst fertigen und den Weg von der CAD-Datei zum funktionsfähigen Bauteil von Wochen oder Monaten auf wenige Tage verkürzen. Dadurch wird es möglich, Produkte primär nach Leistungsanforderungen zu entwickeln, anstatt sich an Fertigungsbeschränkungen orientieren zu müssen. Gleichzeitig können mehrere Einzelkomponenten zu einem einzigen gedruckten Bauteil zusammengeführt werden.
Anwender setzen die PµSL-Technologie von BMF bereits für Anwendungen wie mikrofluidische Kanäle, faseroptische Komponenten, biomedizinische Produkte, RF- und Millimeterwellenstrukturen sowie elektronische Bauteile ein. Wie das Unternehmen Sonion berichtet, können die mit BMF gefertigten Teile „hochwertige mikrogespritzte Bauteile realitätsgetreu nachbilden“ – jedoch ohne die üblichen Werkzeuge und langen Wartezeiten.
Die microArch S150 ist bereits kommerziell verfügbar und im industriellen Einsatz. Ihr entscheidender Vorteil liegt nicht allein in einzelnen technischen Leistungsdaten, sondern darin, dass mikrometergenaue Additive Fertigung nun einem deutlich größeren Kreis von Anwendern zugänglich wird.
Unterstützen Sie uns dabei, den Mikrometer-3D-Druck mehr Ingenieurinnen und Ingenieuren zugänglich zu machen: Stimmen Sie für die microArch S150 beim Formnext (R)Evolution Award und erleben Sie das System live auf der Formnext in Frankfurt.
BMF auf der Formnext: Halle 12.1, B51 und auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
Fyous
Die Dentalbranche produziert und entsorgt täglich rund 1,1 Millionen Kunstharzmodelle. Fyous präsentiert auf der Formnext die Lösung für dieses Problem: Die neue GHOST-Maschine ermöglicht es Dentallaboren, Aligner und Retainer herzustellen, ohne Modelle drucken, aushärten, reinigen oder entsorgen zu müssen. Dabei können weiterhin dieselben Tiefziehfolien verwendet werden, die bereits im bestehenden Arbeitsablauf eingesetzt werden.
Anstatt ein physisches Modell zu drucken, erzeugt die proprietäre PolyMorphic-Moulding-Technologie von Fyous die erforderlichen Formen temporär mithilfe von Tausenden präzise gesteuerter Pins. Die jeweilige dentaltechnische Apparatur wird direkt über dieser variablen Form gefertigt. Anschließend kann das Werkzeug für den nächsten Patienten in eine neue Geometrie umgeformt werden. Dadurch lässt sich die durchschnittliche Bearbeitungszeit im Dentallabor um etwa die Hälfte reduzieren, während die Kosten für Kunstharz vollständig entfallen.
Fyous wird das GHOST-Dentalsystem erstmals weltweit auf der Formnext 2026 vorstellen.
Fyous auf der Formnext: Halle 11.0, F22 und auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
Thought3D Ltd
Technische Kunststoffe nehmen Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft auf, oft bereits innerhalb weniger Stunden und sogar direkt nach dem Öffnen einer versiegelten Verpackung. Feuchtes Filament führt zu Bauteilen mit geringerer Festigkeit, raueren Oberflächen und schwer vorhersehbaren Druckergebnissen. Bislang bestand die einzige Lösung darin, den Prozess zu unterbrechen und zu warten: Vor dem Druck waren häufig bis zu 48 Stunden Trocknung im Ofen erforderlich, ohne Gewissheit, dass das Material auch nach 100 Stunden Druckzeit noch ausreichend trocken ist. Drywise beseitigt diese Wartezeit.
Anstatt eine komplette Filamentspule chargenweise zu trocknen, konditioniert das System kontinuierlich nur den kurzen Filamentabschnitt, der unmittelbar vor der Extrusion steht, während der Drucker bereits arbeitet.
Ein geschlossenes aktives Trocknungssystem mit einer Länge von 1,2 bis 1,3 Metern, ein selbstregenerierender Trockenmittelkreislauf sowie eine sensorbasierte Regelung halten das Material über die gesamte Druckdauer hinweg im optimalen Zustand. Dadurch verfügen sowohl die erste als auch die hundertste Schicht über dieselben Materialeigenschaften.
Die notwendige Vortrocknungszeit sinkt dadurch von bis zu 48 Stunden auf lediglich 40 bis 90 Minuten, was einer Reduzierung von mehr als 95 Prozent entspricht. Diese Zeit fällt zudem nicht mehr separat an: Das UltiMaker Cura-Plugin integriert den Konditionierungsprozess direkt in den G-Code. Der Anwender muss lediglich die Spule einlegen und den Druck starten.
Die Vorteile beschränken sich nicht auf die Zeitersparnis. Im Vergleich zu konventionell ofengetrocknetem Nylon erzielten mit Drywise konditionierte Bauteile eine um etwa 7 % höhere Zugfestigkeit senkrecht zur Druckrichtung und eine um 12 % höhere Zugfestigkeit parallel zur Druckrichtung. Dies stellt keine marginale Verbesserung, sondern eine deutliche Leistungssteigerung der Ausgangsqualität dar.
Darüber hinaus reduziert Drywise den Energieverbrauch gegenüber einer über Nacht betriebenen Trocknungsanlage um mehr als 45 %. Selbst bereits als Ausschuss betrachtete Filamentspulen können wieder nutzbar gemacht werden: Das Unternehmen Printpool in Oxford konnte auf diese Weise jährlich Material im Wert von 2.000 bis 3.500 Pfund Sterling zurückgewinnen und gleichzeitig den Materialabfall auf null reduzieren.
Drywise wird mit einem motorisierten Autoloader angeboten, der selbst bei Spulen mit einem Gewicht von bis zu drei Kilogramm eine nahezu zugfreie Materialzufuhr gewährleistet. Das System wird bereits in der täglichen Produktion bei Unternehmen wie Ford Werke, Briggs Automotive Company, Third Element Aviation, 3D Promakim und Printpool eingesetzt.
Die zugrunde liegende Technologie ist patentiert (US-Patent 12,624,892; europäische und kanadische Patentanmeldungen anhängig).
Thought3D, gegründet 2014 in Malta, ist zudem Hersteller der bekannten Magigoo-Haftmittelprodukte für den 3D-Druck.
Thought3D auf der Formnext: Halle 12.1, C19 und auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
Rookie Award
Der Rookie Award prämiert Einzelpersonen mit aussichtsreichen Geschäftsideen, die ihre Firma noch nicht oder vor weniger als einem Jahr gegründet haben.
Die Finalisten
cAIclone
cAIclone entwickelt KI-optimierte, 3D-gedruckte Hydrozyklone für die Feinstpartikeltrennung im Bereich 1–50 µm – dem blinden Fleck der mechanischen Verfahrenstechnik.
Konventionelle Hydrozyklone, ausgelegt nach jahrzehntealten Korrelationen und gießbaren Geometrien, trennen zu unscharf: wertvolles Feingut landet im Abfallstrom.
cAIclone schließt eine automatisierte Schleife aus CFD-Simulation, Bayes'scher Optimierung und additiver Fertigung, die Trennkorngröße und Trennschärfe auf die jeweilige Aufgabe zuschneidet – mit Freiformgeometrien, die nur AM herstellen kann.
Nachgewiesen an realen Batteriematerialien; Patent angemeldet.
Erster Zielmarkt: Batterierecycling.
Gründungsteam aus München, Mitglied im TUM Venture Lab Additive Manufacturing, Partner von drei TUM-Lehrstühlen und dem Fraunhofer ISC.
Die Projektvorstellung finden Sie live auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
FlexCycle Solutions
FlexCycle Solutions stellt Kupferpulver für die additive Fertigung und die Pulvermetallurgie aus Abfällen der Elektronikindustrie her. Das Verfahren ist rein mechanisch: kein Schmelzen, keine Chemikalien, kein Wasser.
Das entstehende Pulver hat eine sphärisch-raue Partikelmorphologie. Die raue Oberfläche verbessert die Laserabsorption beim Laser Powder Bed Fusion und verbessert die Grünfestigkeit in der sinterbasierten Pulvermetallurgie, während die Partikel trotz der Oberflächenrauheit gut fließen.
Das Unternehmen befindet sich aktuell in Vorbereitung der Ausgründung aus dem Institut für Aufbereitungsmaschinen und Recyclingsystemtechnik (IART) der TU Bergakademie Freiberg, aufbauend auf einer Doktorarbeit zum Metallrecycling für die additive Fertigung, mit einem Gründungsteam aus Verfahrenstechnik, Werkstoffkunde und Unternehmensentwicklung.
Eine Patentanmeldung für das Kernverfahren liegt bereits beim Deutschen Patent- und Markenamt vor, die Gründung wird aktuell über das EXIST-Forschungstransfer-Programm vorbereitet.
Die Projektvorstellung finden Sie live auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
Spaceform
SpaceForm entwickelt mit Vacuum Atomised Suspension Printing (VASP) eine neue Architektur für die metallische Additive Fertigung, die ursprünglich geschaffen wurde, um Pulverbettprozesse unter Bedingungen der Mikrogravitation zu ermöglichen.
Anstatt loses Metallpulver schichtweise aufzubringen, verarbeitet VASP Metallpulver in Form einer Suspension. Mithilfe einer vakuumgestützten Trocknung entsteht vor der Laserbearbeitung eine stabile und zusammenhängende Pulverschicht. Dieser Ansatz verbessert die Kontrolle über das Pulverhandling und eröffnet gleichzeitig neue Möglichkeiten hinsichtlich Präzision, Materialvielfalt und der Herstellung komplexer Geometrien.
Derzeit entwickelt SpaceForm VASP zu einer Plattform für die Metallfertigung im Mikro- bis Mesomaßstab weiter. Ziel ist es, die Lücke zwischen hochpräziser Mikro-Additiver Fertigung und industriellen Metall-AM-Verfahren zu schließen. Zu den ersten Anwendungsbereichen zählen HF- und RF-Komponenten, innovative Lösungen für das Thermomanagement sowie präzise fluidische Systeme.
Die Technologie hat bereits den erfolgreichen Aufbau mehrerer Schichten in Titan und Edelstahl demonstriert. Dabei konnten dichte 316L-Edelstahlproben hergestellt werden, die unter optischer Mikroskopie keine sichtbare Porosität aufwiesen.
Ursprünglich wurde VASP im Rahmen der Open Space Innovation Platform der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) entwickelt. Heute wird die Technologie sowohl für industrielle Anwendungen auf der Erde als auch mit Blick auf zukünftige autonome Fertigungssysteme im Weltraum weiter vorangetrieben.
Die Projektvorstellung finden Sie live auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
Start-up Award
Der Start-up Award zeichnet junge, inspirierende Unternehmen mit umsetzbaren Geschäftsmodellen aus.
Die Finalisten
additiveStream4D GmbH
additiveStream4D wurde 2022 in Berlin gegründet und entwickelt Retrofit-Technologien, mit denen bestehende LPBF-Anlagen präzise auf vorhandenen Geometrien aufbauen können.
Durch die Kombination aus patentierter Positionierungs- und Kalibrierhardware mit intelligenter Software lassen sich bestehende Maschinen für hybride Fertigungsprozesse erweitern – ohne eine neue Maschine beschaffen zu müssen und ohne Eingriff in die bestehende Maschinensteuerung.
Die Plattform ermöglicht zwei zentrale Anwendungen. Mit hybrd.AM bilden konventionell gefertigte Preforms einfache und kostengünstige Grundgeometrien, während LPBF nur die komplexen und wertschöpfenden Bereiche ergänzt. Dadurch wird additives Bauvolumen reduziert und es entstehen neue Möglichkeiten für Anwendungen wie komplexe Schneidwerkzeuge und andere Hochleistungskomponenten.
Auswahl von Bauteilen, die mit hybrd.AM gefertigt wurden
Mit AM.repair ermöglichen 3D-Scan, automatisierte Befundung, Reparaturentscheidung und CAD-Morphing präzise, bauteilindividuelle Reparaturen hochwertiger Komponenten wie Turbomaschinenteile.
Die Grundidee ist, additive Fertigung nur dort einzusetzen, wo sie einen echten technischen Mehrwert bietet. Statt komplette Bauteile von Grund auf zu drucken oder beschädigte Komponenten vollständig zu ersetzen, verbindet additiveStream4D konventionelle Fertigung, digitale Inspektion und LPBF in einem integrierten Workflow.
Der maschinenunabhängige Ansatz ist für bestehende industrielle LPBF-Maschinen ausgelegt und erweitert deren Fähigkeiten ohne proprietäre Sonderanlagen. Durch die Verbindung der hohen Präzision des Pulverbettverfahrens mit konventioneller Fertigung und Reparatur soll hybride Fertigung skalierbarer, wirtschaftlicher und ressourceneffizienter werden.
additiveStream4D auf der Formnext: Halle 12.0, D101 und auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
Aumatis GmbH
Der AX-150 macht komplexe Metallbauteile im eigenen Haus verfügbar, über Nacht. Ein 3D-gedrucktes Kunststoffmodell wird in eine eigens entwickelte Einbettmasse eingebettet, ausgebrannt und im Vakuum vergossen. Ein Verfahren, das in Industrie und Schmuckherstellung seit Jahrzehnten Standard ist, hier erstmals durchgängig automatisiert in einem Gerät, das an der normalen Steckdose läuft, ohne Laser und ohne Pulver.
Schmelzofen, Ausbrennofen und Abgaskatalysator sind in einem System vereint, und erst der Katalysator macht den Betrieb im Innenraum möglich. Aluminium, Zink, Kupfer, Silber- und Goldlegierungen. Ohne Einweisung, ohne Infrastruktur, ohne eigenen Raum.
Was sich ändert, ist die Schleife: Bauteile werden in Kunststoff konstruiert und gedruckt und kommen in Metall zurück, an einem Tag statt in Wochen, und Entwicklungszyklen warten nicht mehr auf externe Lieferanten. Das System deckt schnelles Prototyping bis hin zu Kleinserien und seriennahen Komponenten ab.
Das ist kein Konzept. Seit 2025 laufen Systeme bei Industriekunden aus Mobilität, Verteidigung und Präzisionsfertigung. Patent angemeldet.
Die beiden Gründer, beide von der TU München, haben die Maschine ohne externe Finanzierung vom ersten Prototyp bis zu kommerziellen Systemen entwickelt, finanziert von den Kunden, die sie gekauft haben. Die Serienfertigung läuft.
Aumatis auf der Formnext: Halle 12.1, D71 und auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
Hydra Manufacturing Limited
Hydra entwickelt hybride Fertigungstechnologien für schwer zu verarbeitende Werkstoffe, darunter Hochleistungskeramiken und Hartmetalle. Hydras Kernprodukt ist die Ceramic Hybrid Additive Manufacturing Platform (CHAMP), die Pastenextrusion, Bearbeitung im Grünzustand und In-Prozess-Inspektion in einer einzigen Maschine vereint.
CHAMP kombiniert die geometrische Freiheit des 3D-Drucks mit einer Bearbeitung vor dem Sintern, um die Oberflächenqualität und Maßhaltigkeit zu verbessern. Das Verfahren nutzt wasserbasierte Pasten, was die Entwicklung von Ausgangsmaterialien vereinfacht und die Verarbeitung einer größeren Bandbreite von Werkstoffen ermöglicht, die von bestehenden lichtbasierten Verfahren nicht unterstützt werden, darunter Siliziumkarbid (SiC) und Hartmetalle.
CHAMP beinhaltet ein zum Patent angemeldetes Extrusionssystem, das den Materialfluss optimiert und die Entwicklung neuer Materialformulierungen beschleunigt. In Kombination mit einem In-Prozess-Überwachungssystem reduziert CHAMP die Wahrscheinlichkeit von Fehlern und ermöglicht Korrekturmaßnahmen bereits während des Druckprozesses. Dadurch werden Material, Energie und Zeit eingespart. Durch verbesserte Geschwindigkeit, Präzision und Zuverlässigkeit werden Hindernisse in Entwicklungszyklen beseitigt und neue Möglichkeiten für keramische Bauteile der nächsten Generation geschaffen.
CHAMP vereint Materialauftrag, Bearbeitung im Grünzustand und Inspektion in einem durchgängigen Prozess und schafft so eine höhere Prozesskontrolle bei der Fertigung komplexer Keramik- und Hartmetallbauteile. Gleichzeitig wird durch die Plattform die Bewertung neuer Werkstoffe erleichtert sowie die Erschließung neuer Anwendungsfelder.
Hydra auf der Formnext: Halle 11.0, D62E (Start-up-Area) sowie Halle 12.0, F139 und auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
QH BUILD, LLC
Fehler lieber in der Simulation machen, nicht im Bauteil. Mit QH Build konnte in einem in einer wissenschaftlichen Fachpublikation vorgestellten WLAM-Anwendungsfall die Auftragszeit um rund 72 % reduziert und die Kosten pro Bauteil um etwa 64 % gesenkt werden.
QH Build kombiniert Industrierobotik, Multiphysik-Simulation und einen digitalen Zwilling mit direkter Anbindung an die Maschinensteuerung, um kostspielige Trial-and-Error-Prozesse in der metallischen DED-Fertigung zu reduzieren.
QH BUILD auf der Formnext: Halle 11.0, D62B (Start-up-Area) und auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
sallea AG
Die 3D-gedruckten Auswaschkerne und Werkzeuge von sallea erleichtern die Herstellung von Leichtbauteilen mit komplexen Geometrien. Der temporäre Kern wird nach der Produktion mit Wasser entfernt, wodurch eine größere Gestaltungsfreiheit und weniger Montageschritte möglich werden.
Die ersten Anwendungen konzentrieren sich auf duroplastische CFK-Bauteile für den Motorsport und die Sportartikelindustrie. Zukünftig soll die Technologie auch die Herstellung leichter und komplexer spritzgegossener Bauteile aus thermoplastischen Verbundwerkstoffen, Silikon und Metallen ermöglichen.
sallea auf der Formnext: Halle 11.0, D62G (Start-up-Area) und auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
Sustainability Award
supported by Renishaw
Der Sustainability Award zeichnet AM-Anwendungen und Produkte über den reinen Produktionsprozess hinaus anhand ihres Produktlebenszyklus aus.
Die Finalisten
Baker Hughes Energy Technology UK
Aus CO₂-Daten bessere Fertigungsentscheidungen ableiten: Die Manufacturing Carbon Platform (MCP) von Baker Hughes ermöglicht Teams in der Additiven Fertigung einen klaren und nachvollziehbaren Überblick über die Umweltwirkungen ihrer Produktionsprozesse – von der Angebotserstellung bis zur Auslieferung.
Bereits in der frühen Planungsphase ergänzt MCP die klassischen Entscheidungskriterien Kosten, Qualität und Lieferzeit um den Faktor CO₂-Fußabdruck. Dadurch können verschiedene Produktionsszenarien miteinander verglichen und fundierte Entscheidungen getroffen werden.
Im weiteren Verlauf des Fertigungsprozesses identifiziert die Plattform Optimierungspotenziale bei Materialien, Maschinen und Prozessketten, ohne die betrieblichen Anforderungen aus den Augen zu verlieren. So lassen sich Nachhaltigkeitsziele gezielt mit wirtschaftlichen und technischen Anforderungen in Einklang bringen.
Bei der Auslieferung erstellt MCP automatisch einen kundenfähigen Nachhaltigkeitsbericht, der direkt in die Qualitäts- und Produktdokumentation integriert werden kann. Dies erleichtert die transparente Kommunikation von Umweltdaten gegenüber Kunden und anderen Stakeholdern.
Durch die Vernetzung von CO₂-Daten über den gesamten Fertigungslebenszyklus hinweg verlagert MCP Nachhaltigkeit von einer nachträglichen Berichtspflicht hin zu einem integralen Bestandteil des täglichen Entscheidungsprozesses. Die Plattform unterstützt Unternehmen dabei, Transparenz zu schaffen, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und gleichzeitig einen messbaren geschäftlichen Mehrwert zu generieren.
Die Projektvorstellung finden Sie live auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
BMF (Bernstein Mechanical Manufacturing) GmbH
Ersatzteile kostengünstig (ohne Transportkosten) und zeitnah (keine Lieferketten und -zeiten) zu bekommen, ist das Ziel des Projekts.
Dadurch reduzieren sich Stillstandszeiten der Maschine aber auch Transport-, Lager- und Verwaltungskosten deutlich. Die Kunden können auf einem mitgelieferten 3D-Drucker Ersatzteile (aus Kunststoff) für ihre BMF-Strahlanlage selbst 3D-drucken.
Die Daten dafür stehen zum Download in DIGITALSOURCE (Ersatzteilkatalog in Cloud) zur Verfügung. Der Kunde zahlt nur für heruntergeladene Fertigungsdaten, mit denen tatsächlich ein Teil gedruckt wurde.
Das Ganze ist Teil eines kundenorientierten Servicekonzepts – von der Entwicklung der Maschinen über Komponentenherstellung bis hin zur Ersatzteilverfügbarkeit für den Kunden.
Dabei wird großer Wert auf eine einfache Nutzbarkeit für den Kunden aber auch auf die Wiederverwendung bereits konstruktiv vorhandener Komponenten gelegt – ein wesentlicher Beitrag zur Reduzierung von Kosten und Umweltbelastung.
BMF auf der Formnext: Halle 11.0, B30 und auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
FlexCycle Solutions
FlexCycle Solutions macht aus Kupfer-Produktionsabfällen Pulver für die additive Fertigung und Pulvermetallurgie – ohne das Metall jemals einzuschmelzen.
Kupferpulver wird üblicherweise verdüst: Das Metall wird eingeschmolzen und meist mit großen Mengen Inertgas zerstäubt. Die Gasverdüsung benötigt 9.000 kWh pro Tonne oder deutlich mehr. Unser zum Patent angemeldetes Verfahren ist rein mechanisch, läuft unter 100 °C und braucht rund 650 kWh pro Tonne – über 97 % weniger Energie als die Free-Fall-Heißgasverdüsung und rund 70 % weniger als die Wasserverdüsung. Kein Schmelzen, kein Inertgas, keine Chemikalien, kein Wasser.
Als Rohstoff dienen dünne Kupferfolien-Abfälle, z. B. Anodenfolien aus der Batteriezellfertigung. Beim Einschmelzen verlieren solche Folien bis zu 30 % ihres Materials durch Abbrand und werden daher oft minderwertig verwertet. Wir halten dieses Kupfer im Kreislauf und machen daraus ein hochwertiges Produkt: 100 % Sekundärrohstoff, regional in Europa bezogen, mit weniger Abhängigkeit von Primärkupfer und globalen Lieferketten.
Weniger Energie heißt hier auch besseres Pulver: Die sphärisch-rauen Partikel absorbieren Infrarot-Laserlicht besser als glattes verdüstes Pulver und erleichtern so die Kupferverarbeitung auf weit verbreiteten LPBF-Anlagen. Beim Pressen und Sintern erhöht die raue Oberfläche die Grünfestigkeit, was Ausschuss reduzieren kann.
FlexCycle Solutions ist eine Ausgründung in Vorbereitung aus dem Institut für Aufbereitungsmaschinen und Recyclingsystemtechnik (IART) der TU Bergakademie Freiberg, gefördert über EXIST-Forschungstransfer. Das Vorhaben leistet einen direkten Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen SDG 9, 12 und 13.
Die Projektvorstellung finden Sie live auf der Formnext Awards Sonderschau: Halle 11.0, Stand F60
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- Bis Donnerstag, 19.11.2026 um 12:00 Uhr ist die Abstimmung für alle Kategorien möglich.
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