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Text: Thomas Masuch
Das europäische Netzwerk, das sich im Februar 2026 in Frankfurt am Main konstituiert hat, zählt derzeit 50 Mitglieder und versteht sich als „Gesicht und Stimme“ der Additiven Fertigung im Bereich Security und Defence. Sein Ziel ist es, die Zusammenarbeit und den Wissensaustausch zwischen Industrie, Forschung, Streitkräften, Institutionen und weiteren Akteuren zu fördern und langfristig zu einer europäischen AM-Strategie beizutragen.
„Eine AM-Strategie muss zum Ziel haben, die AM-Technologie in all jenen Feldern zu fördern und zu unterstützen, die für Europas industrielle Autonomie und Unabhängigkeit relevant sind“, erklärt Martin Huber, Mitinitiator und Vorsitzender des AMDefNet. Dazu gehöre neben der Förderung von Innovation auch der Aufbau industrieller Kapazitäten. „Die entsprechende harmonisierte Qualifizierung von Fachpersonal auf allen Ebenen gehört dabei zwingend dazu.“
Angesichts der bereits bestehenden AM-Strategien in den USA und China könne eine europäische Strategie wesentlich zur Resilienz und damit zur Sicherheit Europas beitragen. AMDefNet will deshalb nicht nur Akteure vernetzen, sondern auch konkrete Aktivitäten anstoßen. In seiner noch jungen Geschichte hat das Netzwerk bereits an Podiumsdiskussionen auf verschiedenen Messen teilgenommen. In Kooperation mit der Formnext veranstaltet das AMDefNet den Formnext Defence Summit am 17.11.2026.
Denkbarrieren abbauen
Eine zentrale Aufgabe sieht Huber auch darin, mentale Barrieren abzubauen. „Wir sehen, dass es Denkbarrieren im Bereich der produzierenden Industrie gibt und man immer noch lieber auf altbekannte Herstellungsmethoden und damit vermeintlich gewinnbringende Prozesse setzt“, so Huber. Auch auf Ebene der öffentlichen Hand bestünden solche Denkmuster weiterhin – unter anderem aufgrund mangelnder Kenntnis der technischen Möglichkeiten. Hier will AMDefNet ansetzen: „Wenn immer uns möglich, erheben wir die Stimme und erklären das enorme Potenzial von AM im Bereich Security und Defence.“ Das Potenzial liege dabei ausdrücklich „nicht ausschließlich auf Seite der Streit- und Sicherheitskräfte“.
Damit verbindet AMDefNet den technologischen mit einem strategischen Anspruch: Additive Manufacturing soll nicht nur als weitere Fertigungsmethode betrachtet werden, sondern als Baustein für dezentrale und bedarfsgerechte Produktion, resiliente Lieferketten und Europas technologische Souveränität.
Weitere Insights bietet der Formnext Defence Summit am 17.11.2026, der zusammen mit dem AMDefNet veranstaltet wird.