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Wie der Defence-Sektor mit Standards weiter wachsen kann

30.09.2026

Der Bedarf an AM-Standards für den Defence-Sektor wächst. Aktuelle Herausforderungen und Lösungsstrategien werden auf dem hochkarätig besetzten AM Innovation and Standards Summit am 16.11.2026 in Frankfurt diskutiert.

Lesedauer: 3 Minuten

Text: Thomas Masuch

Die Verteidigungsindustrie ist derzeit neben der Raumfahrt einer der wichtigsten Treiber der Additiven Fertigung. Nachdem die Branche viele Jahre (auch bewusst) nicht gerade im Fokus stand, hat sich insbesondere seit 2022 und der neuen geopolitischen Lage technologisch, finanziell und volumenmäßig sehr viel verändert. Die Additive Fertigung spielt dabei eine immer größere Rolle, und damit wächst auch die Bedeutung von Standards in dieser besonderen Industrie.

„In der Defence-Community wird das Thema Standards für die Additive Fertigung aktuell so intensiv diskutiert wie selten zuvor“, erklärt Christian Seidel, Professor an der Hochschule München und Chief Advisor von Wohlers Associates powered by ASTM. Die Bandbreite der additiven Anwendungen hat sich in den vergangenen drei Jahren enorm vergrößert: permanent verbesserte Drohnen (sowohl Luft-, Wasser- als auch Landdrohnen), immer mehr Bauteile in Flugzeugen und Raketen, U-Booten und Panzern sowie der Einsatz von AM bei der Beschaffung von Ersatzteilen. Durch all dies hat auch der Bedarf an Standards für additiv gefertigte militärische Produkte und Komponenten enorm zugenommen. 

„Da die Zeit drängt, AM als neue Technologie verstärkt einzusetzen, kann man oftmals nicht darauf warten, bis ein neuer militärischer Standard veröffentlicht wird. Und die Militär-Community hat sicherlich nicht ausreichend Personal, um diese Herausforderungen allein zu bewältigen“, erklärt Seidel.

AM Innovation and Standards Summit am 16.11.

Wie Behörden, Militärs und Unternehmen im Verteidigungssektor den steigenden Bedarf an Standards angehen und im besten Fall meistern können, um neue Anwendungen möglich zu machen, wird auf dem diesjährigen „AM Innovation and Standards Summit“ diskutiert, der am Montag, 16.11.2026, einen Tag vor Beginn der Formnext auf dem Frankfurter Messegelände stattfindet und gemeinsam von U.S. Commercial Service, ASTM International, ISO – International Organization for Standardization, America Makes und Mesago Messe Frankfurt veranstaltet wird.  

Christian Seidel hat das Programm maßgeblich mitgestaltet und sieht das Motto „Aligning together – Enabling Use Cases by Applying Civilian and Military Standards“ als wichtige Botschaft für die Defence- und die AM-Community: „Zivile Standards können auch im militärischen Bereich enorm helfen. Deshalb wird auf dem AM Innovation Summit unter anderem auch diskutiert, wie zivile Standards genutzt und gegebenenfalls angepasst werden können.“ Dabei spielt auch die „Interoperabilität“ im NATO-Gebiet eine entscheidende Rolle – also die Fähigkeit, militärische Ausrüstung und Systeme (von der Munition bis zum Datenformat) von den Streitkräften der Partnerstaaten gemeinsam zu nutzen. Einen wichtigen Input dazu werden unter anderem namhafte Vertreter der NATO, der European Space Agency sowie der großen Defence-Player Rheinmetall und Lockheed Martin liefern.

Strategischer Leitfaden

Wer sich vorab schon einmal mit dem Thema Standards im AM-Bereich vertraut machen will, kann sich dazu den strategischen Leitfaden zur Qualifizierung und Zertifizierung von additiv gefertigten Teilen anschauen, den das Additive Manufacturing Center of Excellence (AM CoE) von ASTM International veröffentlicht hat.

Der Leitfaden wurde entwickelt, um das britische Verteidigungsministerium und dessen Projekt TAMPA zu unterstützen, und soll auch Verteidigungslieferketten und verbündeten Partnern weltweit dienen. Unter anderem geht es um eine vierstufige Teileklassifizierung je nach Sicherheitsanforderung des Bauteils, Zertifizierung, Leitlinien für den Einsatz zu Wasser, zu Land und in der Luft sowie den frühen Austausch der beteiligten Projektpartner.

AM als industrielle Schlüsseltechnologie: Formnext AM Defence Summit am 17.11.

Einen weiter gefassten Blick zum Thema Additive Fertigung für die Verteidigungsindustrie bietet der Formnext AM Defence Summit, der am 17.11.2026 stattfindet und von der Formnext in Zusammenarbeit mit dem Addditive Manufacturing Defence Network e.V.  veranstaltet wird. Bei diesem Summit geht es um die zentrale Frage, wie Additive Manufacturing als industrielle Schlüsseltechnologie zur Stärkung der Verteidigungs- und Sicherheitsstrukturen beitragen kann – von der Fertigung über die Instandhaltung bis hin zu resilienten, souveränen Lieferketten.

Weitere Informationen

ASTM International: AM Innovation and Standards Summit am 16.11.2026:
AM Innovation and Standards Summit at Formnext 2026

Der strategische Leitfaden zur Zertifizierung von additiv gefertigten Teilen in Verteidigungsanwendungen steht kostenlos zum Download beim AM CoE zur Verfügung.
AM CoE – ASTM International

Formnext Defence Summit am 17.11.2026:
Formnext Defence Summit

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