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Formnext Awards: Jetzt Favoriten wählen!

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Materialneuheiten sorgen für anspruchsvollere Anwendungen und mehr Effizienz

26.10.2026

Spezialisierte Materialien sind in der Additiven Fertigung oftmals die Basis, um neue Anwendungen möglich zu machen. Dementsprechend sind Innovationen in diesem Bereich ein guter Indikator, wohin sich industrielle additive Anwendungen entwickelt. Die bereits gemeldeten Materialneuheiten der Formnext 2026 haben ihren Schwerpunkt im Bereich Polymere, insbesondere bei faserverstärkten Kunststoffen. Gleichzeitig sind anspruchsvollen Anwendungen und einer höheren Effizienz bei der Produktion wichtige Faktoren. Moi Composites erweitert sein Portfolio an duroplastischen Verbundwerkstoffen, während Mitsui Chemicals neue PP-CF-Lösungen für hybride Fertigungskonzepte mit Endlosfaserverstärkung vorstellt. Auf verbesserte mechanische Eigenschaften und eine zuverlässige Verarbeitung fokussiert sich Siraya Tech mit neuen Filamenten und Gießharzen. Das Thema Wirtschaftlichkeit fokussiert Lean Plastics Technologies mit einem neuen PA12-Pulver, das den Frischpulverbedarf und damit die Produktionskosten beim Lasersintern senken soll. Sunlu setzt auf eine kontrollierte Entfeuchtung für die langfristige Lagerung von Filamenten, während Alpaplastic die Umweltbilanz seiner Spulen systematisch erfasst. Auch technische Keramiken gewinnen an Bedeutung: Hydra Manufacturing ergänzt sein Hybrid-Fertigungssystem um Siliziumkarbid und hochreines Aluminiumoxid.

Lesedauer: 9 Minuten

Text: Thomas Masuch

Moi Composites: Neue Composites für Formen, Werkzeuge und mehr

Moi Composites stellt auf der Formnext zahlreiche neue duroplastische Verbundwerkstoffe vor, mit denen das Unternehmen neue anspruchsvolle industrielle Anwendungen ermöglichen will. Ausgangspunkt dieser Entwicklung ist A1134, ein speziell für die SFM-Technologie von Moi Composites entwickelter Verbundwerkstoff. Das Material basiert auf einer Vinylester-Matrix, die mit bis zu 45 % Kurzglasfasern verstärkt ist, und wurde für Anwendungen entwickelt, die eine hohe Steifigkeit, eine hohe Wärmeformbeständigkeitstemperatur (HDT), Dimensionsstabilität sowie Beständigkeit gegenüber Säuren und Ölen erfordern. Das Material eignet sich insbesondere für Formen und Werkzeuge, bei denen Maßgenauigkeit, Zerspanbarkeit und Oberflächenqualität entscheidend sind. Weitere Neuheiten sind ein High-Tg-Material für Anwendungen, die eine verbesserte thermomechanische Stabilität bei erhöhten Temperaturen erfordern, sowie ein Low-Density-Material, ein neues Tough-Material und ein neues flammhemmendes Material. 

Moi Composites auf der Formnext 2026: Halle 12.1, Stand D19

SFM-Auftragseinheit, Auftrag im Detail, Motorboot-Konsole. Fotos: Moi Composites
SFM-Auftragseinheit, Auftrag im Detail, Motorboot-Konsole. Fotos: Moi Composites
SFM-Auftragseinheit, Auftrag im Detail, Motorboot-Konsole. Fotos: Moi Composites
SFM-Auftragseinheit, Auftrag im Detail, Motorboot-Konsole. Fotos: Moi Composites
SFM-Auftragseinheit, Auftrag im Detail, Motorboot-Konsole. Fotos: Moi Composites
SFM-Auftragseinheit, Auftrag im Detail, Motorboot-Konsole. Fotos: Moi Composites

Hydra Manufacturing: Neue Keramiken für die Hybridfertigung

Hydra Manufacturing hat zusammen mit Lucideon zwei neue Materialformulierungen für sein Hybrid-Fertigungssystem Champ entwickelt: Siliziumkarbid und hochreines Aluminiumoxid. Champ kombiniert AM mit integrierter subtraktiver Bearbeitung, um technische Keramik- und Hartmetallkomponenten mit feinen Strukturen und engen Toleranzen herzustellen. Siliziumkarbid erweitert den Einsatzbereich von Champ auf Hochtemperatur-, Verschleiß- und Thermoschock-Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt, der Energiebranche und der Halbleiterfertigung, während hochreines Aluminiumoxid den Bedarf an elektrisch isolierenden und biokompatiblen Bauteilen im Medizin- und Elektronikmarkt deckt. Die neuen Materialien durchlaufen derzeit die Qualifizierung und werden Anfang 2027 verfügbar sein. Hydra Manufacturing und Lucideon erforschen zudem weitere Materialformulierungen, um den Anforderungen verschiedener Branchen wie Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Energie gerecht zu werden.

Hydra Manufacturing auf der Formnext 2026: Halle 12.0, Stand F139 und Halle 11.0, Stand D62E

Mitsui Chemicals: Hybride Fertigungskonzepte mit faserverstärkten Composites

Bei ihrem Formnext-Debüt stellt Mitsui Chemicals Europe neue PP-CF-Filament- und Granulatlösungen aus der Tafnex-Produktfamilie vor. Neben der Herstellung von Bauteilen mittels FFF- und FGF-Verfahren lassen sich die Materialien auch mit den endlosfaserverstärkten Tafnex-Halbzeugen kombinieren. Dadurch entstehen hybride Fertigungskonzepte, die die Designfreiheit des 3D-Drucks mit der Leistungsfähigkeit kontinuierlich faserverstärkter Composites verbinden, wie das Unternehmen mitteilt. Die Anwendungsfelder reichen von Mobilität und Robotik bis hin zu Verteidigungs- und Industrieanwendungen.

Mitsui Chemicals Europe auf der Formnext 2026: Halle 12.1, Stand G99

Fotos: Mitsui Chemicals
Fotos: Mitsui Chemicals
Fotos: Mitsui Chemicals
Fotos: Mitsui Chemicals

Siraya Tech: Hohe Zugfestigkeit in Z-Richtung

Siraya Tech erweitert sein Materialportfolio um neue technische FDM-Filamente, Industrie-Pellets und Gießharze. ASA-CF Core bietet einen Kern aus konzentrierten Kurz-Carbonfasern, der von einer äußeren Schicht aus modifiziertem, haftfähigem ASA umschlossen wird. Der Gesamtanteil der Carbonfasern beträgt 20 %. Da die Fasern vollständig im Kern eingeschlossen sind, beeinträchtigen sie die Verbindung zwischen den einzelnen Schichten nicht mehr.  Support PET Ivory ist ein abbrechbares Support-Filament für Multimaterial- und IDEX-Drucker. Es wurde für technische Materialien mit mittleren Verarbeitungstemperaturen wie PET-CF/GF, ABS, ASA und TPU entwickelt. Support PPA Ivory überträgt das gleiche Prinzip des sauberen Ablösens ohne Z-Abstand auf Hochtemperaturpolymere wie PPA-CF/GF, PPS und PA6. Cast Ultra White wurde für den Schmuckguss und den industriellen Feinguss entwickelt und basiert auf einer wachshaltigen Formulierung, die ein sauberes Ausbrennen mit extrem geringem Aschegehalt ermöglicht. 

Siraya Tech auf der Formnext 2026: Halle 12.1, Stand A62

Fotos: Siraya Tech
Fotos: Siraya Tech
Fotos: Siraya Tech
Fotos: Siraya Tech
Fotos: Siraya Tech
Fotos: Siraya Tech

LPT: Geringerer Frischpulveranteil senkt Produktionskosten

Foto: Lean Plastics Technologies
Foto: Lean Plastics Technologies

Der deutsche Kunststoffpulverproduzent Lean Plastics Technologies GmbH (LPT) verspricht mit seinem neuen Material LeanSint PA12 Eco, einem weißen PA12-Pulver für das selektive Lasersintern (SLS), eine hohe technische Performance, verbesserte Materialeffizienz und reduzierte Prozesskosten. Das Material wurde auf verschiedenen SLS-Systemen getestet und kann mit Standard-Bauparametern für EOS PA2200 verarbeitet werden. Die mechanischen Eigenschaften liegen laut LPT in wesentlichen Bereichen auf einem vergleichbaren Niveau zu etablierten PA12-Werkstoffen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Wirtschaftlichkeit des SLS-Prozesses. Durch einen geringeren Frischpulveranteil lassen sich die Produktionskosten deutlich reduzieren, so LPT. Das Unternehmen nennt in einer Beispielrechnung mögliche Kosteneinsparungen von über 60 %. Gleichzeitig ermöglicht LeanSint PA12 Eco eine Verringerung der Ausschusspulvermengen: PA12-Altpulver kann durch LPT aufbereitet und erneut in den Materialkreislauf integriert werden. 

Lean Plastics Technologies auf der Formnext 2026: Halle 12.1, Stand A127 

Sunlu: Langfristig Filamente entfeuchten

Das chinesische Unternehmen Sunlu präsentiert den unter der Marke Sunlu-Inslogic vertriebenen Filament-Entfeuchtungsschrank FilaDC i10. Der Schrank bietet Langzeitlagerung und kontinuierliche aktive Feuchtigkeitskontrolle von FDM-Materialien. Ausgestattet mit einem innovativen Molekularsieb-Zirkulationsentfeuchtungssystem bietet der FilaDC i10 laut Sunlu eine energieeffiziente Alternative zu herkömmlichen Heißluft-Trockenschränken. Anstelle einer anhaltenden Hochtemperaturtrocknung, die zu einer Verformung des Filaments führen kann, zirkuliert der Schrank kontinuierlich Luft durch ein integriertes Trockenmittelsystem, in dem Molekularsiebe die Umgebungsfeuchtigkeit auffangen und zurückhalten. Sobald die Siebe gesättigt sind, erhitzt das Gerät sie automatisch, um die eingeschlossene Feuchtigkeit über das Zirkulationssystem abzuführen und die volle Entfeuchtungskapazität ohne manuellen Eingriff wiederherzustellen. Sunlu wurde 2013 in Zhuhai, China gegründet und ist auf 3D-Drucker-Filamente, Harze und Zubehör spezialisiert. Es verfügt über mehr als 270 Produktionslinien und hat laut eigenen Angaben bisher über 25 Mio. Produkte verkauft. 

Sunlu auf der Formnext 2026: Halle 12.0, Stand C11

Fotos: Sunlu
Fotos: Sunlu
Fotos: Sunlu
Fotos: Sunlu

Alpaplastic: CO₂-Bilanz von Spulen

Foto: Alpaplastic
Foto: Alpaplastic

Alpaplastic erfasst inzwischen mithilfe einer spezialisierten Plattform für die CO₂-Bilanzierung die Umweltauswirkungen seiner Spulen im Rahmen einer Ökobilanz (Life Cycle Assessment, LCA). Dabei betrachtet die LCA die Auswirkungen eines Produkts über dessen gesamten Lebenszyklus und nicht nur anhand eines einzelnen Indikators. Im ersten Schritt hat sich das Unternehmen mit CO₂ als Indikator beschäftigt und beispielsweise den CO₂-Fußabdruck einer seiner Spulen berechnet – von der Beschaffung der Rohstoffe bis zur Herstellung. Dies ist der erste Schritt, um eine solche Analyse auf den Großteil des Produktportfolios auszuweiten. Da industrielle Einkäufer zunehmend nach überprüfbaren Umweltdaten zu den von ihnen beschafften Komponenten fragen, möchte Alpaplastic diese Daten bereits bereitstellen können, bevor dies verpflichtend wird.

Alpaplastic auf der Formnext 2026: Halle 12.1, Stand F71

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