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Neue Komponenten machen AM-Systeme genauer, schneller und unabhängiger

21.10.2026

Die hohe Zahl von neuen Komponenten für AM-Systeme im Vergleich zu neuen 3D-Druckern ist ein Hinweis darauf, dass System-Hersteller zunehmend „nur“ einzelne Segmente verbessern anstatt gleich einen neuen Drucker auf den Markt zu bringen. Das erfordert sicherlich geringere Budgets für F&E der Hersteller und senkt zudem die Investitionen der Anwender. Gleichzeitig werden dadurch trotzdem signifikante Verbesserungen etablierter Prozesse und teilweise auch neue Anwendungen möglich. Diese spezialisierten Innovationen verbessern die Möglichkeiten des 3D-Drucks in vielen Bereichen: Das reicht von einer höheren Auflösung im Keramik-Druck (Lithoz), über bessere Qualität und Performance im Silkon-3D-Druck (Lynxter) bis hin zu feineren Oberflächen für die großformatige Additive Fertigung (Caracol). Darüber hinaus reduzieren die Echtzeitüberwachung von Lortek und das Wärmebildmodul von Heimann Sensor u.a. den Ausschuss beim Metall-3D-Druck, und die neue Düse von Dianoz den Verschleiß beim 3D-Druck mit abrasiven Materialien. Auch das Thema Autonation spielt eine wichtige Rolle: So macht Blocks mit seinem Material-Handlingsystem den 3D-Druck unabhängiger.

Lesedauer: 8 Minuten

Text: Thomas Masuch

Lithoz: Höhere Lichtintensität und Auflösung

Lithoz wird auf der Formnext sein neues „Performance Pack“ für die CeraFab-System-Druckerserie vorstellen. Der auf dem neuesten 4K-Projektionssystem basierende Tuning-Kit sorgt laut Lithoz für einen deutlichen Sprung bei der Lichtintensität und der Auflösung. Das Paket wird für die Drucker CeraFab System S65, S65 Medical und CeraFab Multi 2M30 erhältlich sein. Das Performance Pack verdoppelt die Lichtintensität und steigert die Auflösung um 60 %, so Lithoz. Für den S65 bedeutet das eine Auflösung von 25 µm (1.016 dpi) statt bisher 40 µm (635 dpi) und eine Lichtintensität von 120 mW/cm² statt 60 mW/cm². Damit soll unter anderem die Verarbeitung dunkler Keramiken deutlich erleichtert werden. Daneben präsentiert Lithoz auf der Formnext erstmals zahlreiche neue Anwendungen, unter anderem verschiedene Kühlplatten aus Aluminiumnitrid sowie aus Aluminiumoxid mit einer Molybdän-Mangan-Metallisierung. 

Lithoz auf der Formnext 2026: Halle 11.0, Stand B50

Das Lithoz Performance-Pack und Keramik-Anwendungen: Gusskerne und metallisierte Kühlplatten. Bilder: Lithoz
Das Lithoz Performance-Pack und Keramik-Anwendungen: Gusskerne und metallisierte Kühlplatten. Bilder: Lithoz
Das Lithoz Performance-Pack und Keramik-Anwendungen: Gusskerne und metallisierte Kühlplatten. Bilder: Lithoz
Das Lithoz Performance-Pack und Keramik-Anwendungen: Gusskerne und metallisierte Kühlplatten. Bilder: Lithoz
Das Lithoz Performance-Pack und Keramik-Anwendungen: Gusskerne und metallisierte Kühlplatten. Bilder: Lithoz
Das Lithoz Performance-Pack und Keramik-Anwendungen: Gusskerne und metallisierte Kühlplatten. Bilder: Lithoz

Lynxter: Höhere Autonomie beim Silikon-3D-Druck

Mit Overtime hat Lynxter eine Lösung für die Serienproduktion entwickelt, die die Produktion größerer und komplexerer Silikon-Bauteile ermöglichen soll, ohne die Materialqualität zu beeinträchtigen. Overtime wird erstmals auf der Formnext präsentiert. „Die durch Overtime gesteigerte Autonomie und Leistungsfähigkeit der MEX-LIQ-Technologie (bzw. DIW, LDM usw.) ist nun mit industriellen MEX-FIL-Standards (FFF, FDM usw.) vergleichbar. Die Additive Fertigung von Silikon-Dichtungskomponenten, Schutz- und Abdeckwerkzeugen sowie medizinischen Produkten erhält damit eine völlig neue Dimension“, verspricht Thomas Batigne, Mitgründer und CEO von Lynxter. Die Overtime-Option ermöglicht es, das gesamte Bauvolumen der Maschine in einem einzigen Druckauftrag zu nutzen, was gleichzeitig die Druckzeit optimiert und einen autonomen Betrieb ermöglicht. Zudem ist laut Lynxter der Druck größerer Bauteile und komplexer dünnwandiger Geometrien mit höherer Auflösung möglich. 

Lynxter auf der Formnext 2026: Halle 12.1, Stand B71

Overtime und verschiedene Silikon-Anwendungen. Bilder: Lynxter
Overtime und verschiedene Silikon-Anwendungen. Bilder: Lynxter
Overtime und verschiedene Silikon-Anwendungen. Bilder: Lynxter
Overtime und verschiedene Silikon-Anwendungen. Bilder: Lynxter
Overtime und verschiedene Silikon-Anwendungen. Bilder: Lynxter
Overtime und verschiedene Silikon-Anwendungen. Bilder: Lynxter
Overtime und verschiedene Silikon-Anwendungen. Bilder: Lynxter
Overtime und verschiedene Silikon-Anwendungen. Bilder: Lynxter

Lortek: Spritzer, Verzug und Hotspots frühzeitig erkennen

Mit dem Digital AM Core präsentiert Lortek eine neue Plattform zur Echtzeitüberwachung und intelligenten Analyse von Metall-AM-Prozessen. Die Plattform kombiniert Bildverarbeitung, Schmelzbad- und Echtzeit-Geometrieüberwachung sowie künstliche Intelligenz, um Prozessanomalien frühzeitig zu erkennen und während des gesamten Fertigungsprozesses detaillierte Informationen bereitzustellen. Das System zur Advanced Machine Vision erfasst hochauflösende Bilder und verarbeitet diese algorithmisch an zwei entscheidenden Stellen jedes Fertigungszyklus: nach dem Beschichten mit Pulver und nach dem Aufschmelzen durch den Laser. KI-Modelle erkennen automatisch kritische Anomalien wie Spritzer, Verzug oder Hotspots. Dadurch können Abweichungen erkannt werden, bevor sie den Fertigungsprozess oder die endgültige Qualität des Bauteils beeinträchtigen. Die Plattform umfasst außerdem eine KI-basierte Schmelzbadüberwachung. 

Lortek auf der Formnext 2026: Halle 12.0, Stand C121

Interface der Digital AM Core Plattform, metallischer 3D-Druck und eine Circle-Roboterzelle für den großformatigen 3D-Druck. Bilder: Lortek
Interface der Digital AM Core Plattform, metallischer 3D-Druck und eine Circle-Roboterzelle für den großformatigen 3D-Druck. Bilder: Lortek
Interface der Digital AM Core Plattform, metallischer 3D-Druck und eine Circle-Roboterzelle für den großformatigen 3D-Druck. Bilder: Lortek
Interface der Digital AM Core Plattform, metallischer 3D-Druck und eine Circle-Roboterzelle für den großformatigen 3D-Druck. Bilder: Lortek
Interface der Digital AM Core Plattform, metallischer 3D-Druck und eine Circle-Roboterzelle für den großformatigen 3D-Druck. Bilder: Lortek
Interface der Digital AM Core Plattform, metallischer 3D-Druck und eine Circle-Roboterzelle für den großformatigen 3D-Druck. Bilder: Lortek

Heimann Sensor: Breiter Temperatur-Messbereich

Bild: Heimann Sensor
Bild: Heimann Sensor

Heimann Sensor hat ein neues PoE-Wärmebildmodul (Power over Ethernet) auf den Markt gebracht, das laut Hersteller eine robuste Leistung und flexible Integration kombiniert. Das Modul wird derzeit auf die Schutzart IP67 aufgerüstet, sodass es auch in anspruchsvollen Umgebungen, die Staub, Feuchtigkeit und Wasser ausgesetzt sind, zuverlässig funktioniert. Mit einem breiten Messbereich für Objekttemperaturen, zahlreichen Optikoptionen und integrierter PoE-Versorgung eignet sich das Modul für vorausschauende Instandhaltung, Prozessüberwachung, industrielle Automatisierung und intelligente Infrastruktur. Neben Wärmebildlösungen bietet Heimann Sensor auch einen neuen Laserstrahl-Profiler an, der auf der hochauflösenden Thermopile-Array-Technologie des Unternehmens basiert. Das System ist mit Auflösungen von bis zu 160 × 120 px erhältlich und wird durch optionale Strahlanalysesoftware unterstützt. Es ermöglicht eine genaue Strahlcharakterisierung über einen breiten Bereich von Laserwellenlängen, einschließlich THz-Anwendungen.

Heimann Sensor auf der Formnext 2026: Halle 12.0, Stand G134

Caracol: Für große Bauteile mit feinen Oberflächen

Für den präzisen robotergestützten großformatigen 3D-Druck (LFAM) hat Caracol die nächste Generation des HA-Extruders (High Accuracy) entwickelt, der auf der Fertigungsplattform Heron AM zum Einsatz kommt. Der kompakte und leichte Extruder kann feine Details und dünne Schichten herstellen, und zwar mit einer qualifizierten Palette an Hochleistungsmaterialien wie kohlefaserverstärktem ABS, glasfaserverstärktem ASA und PP, PETG und vielem mehr. Laut Caracol druckt der HA-Extruder großformatige Teile mit einer hohen Oberflächenqualität. In einer automatisierten LFAM-Roboterzelle wird dieses Ergebnis mit Prozesswiederholbarkeit und industrieller Materialleistung erzielt. Caracol hat die Bauqualität eines industriellen Extruders in voller Größe miniaturisiert und die Vorgängerversion deutlich verbessert. Mit dem HA-Extruder will Caracol Herausforderungen der Transportbranche lösen und leichte und präzise Fertigteile für die Schifffahrt und die Automobilindustrie ermöglichen. Weitere Einsatzmöglichkeiten sieht das Unternehmen in der Luft- und Raumfahrt, dem Schienenverkehr sowie in der Kreativbranche in den Bereichen Design, Möbel, Kunst und Architektur.

Caracol auf der Formnext 2026: Halle 12.1, Stand C129

Der HA-Extruder im Einsatz. Bilder: Caracol
Der HA-Extruder im Einsatz. Bilder: Caracol
Der HA-Extruder im Einsatz. Bilder: Caracol
Der HA-Extruder im Einsatz. Bilder: Caracol

Gühring: Höherer Durchsatz und weniger Verschleiß

Bild: Gühring
Bild: Gühring

Gühring erweitert sein Dianoz-Produktprogramm um eine neue High-Flow-Düse für die industrielle Additive Fertigung. Die neue Dianoz High Flow (Core Heating Technology, CHT) kombiniert die bewährte PKD-Technologie erstmals mit der patentierten Bondtech-CHT und ermöglicht damit laut Gühring eine hohe Verschleißbeständigkeit und bei deutlich gesteigertem Materialdurchsatz in FDM-, FFF- und FGF-Anwendungen. Die neue Dianoz High Flow (CHT) bietet höhere Schmelz- und Durchflussraten. Durch die Integration der patentierten Bondtech-CHT wird das Filament effizienter aufgeschmolzen und kann mit höherem Volumenstrom verarbeitet werden. Die neue Düse wurde insbesondere für die Verarbeitung hoch gefüllter und abrasiver Werkstoffe entwickelt. Eine homogenere Schmelze verbessert die Layerhaftung, während gleichzeitig die Druckgeschwindigkeit je nach Filament um bis zu 50 % gegenüber herkömmlichen Messingdüsen gesteigert werden kann.

Gühring auf der Formnext 2026: Halle 12.1, Stand G118

Blocks: Wenn der Druckauftrag am Freitagnachmittag startet

Bild: Blocks
Bild: Blocks

Der portugiesische Hersteller industrieller Extrusions-3D-Drucker Blocks präsentiert auf der Formnext erstmals seine Automated Material Unit (AMU). Dieses System zur Materialhandhabung und -zuführung wurde speziell für die 2025 vorgestellte RF50-Plattform von Blocks entwickelt. Die direkt am RF50 montierte AMU kann vier Spulen aufnehmen – zwei mit jeweils bis zu 8 kg und zwei mit jeweils bis zu 5 kg – und lagert diese in einer abgedichteten, aktiv getrockneten Kammer. Zwischen den Spulen wird automatisch gewechselt. Die Luftfeuchtigkeit wird bei einer kontrollierten Temperatur von 70 °C unter 25 % relativer Feuchte gehalten. Durch die Materialerfassung entsteht für jeden Auftrag ein überprüfbarer Datensatz einschließlich der verwendeten Spule, Charge und Materialmenge. Die Daten sind über die Blocks-Schnittstelle sowie über eine API verfügbar und können in MES- und ERP-Systeme integriert werden. „Unsere Kunden haben uns nicht gebeten, den RF50 schneller zu machen – sie wollten, dass der Freitagnachmittag der Beginn eines Druckauftrags und nicht dessen Ende ist“, sagt Duarte Bragadesto, CEO des 2013 gegründeten Unternehmens. 

Blocks auf der Formnext 2026: Halle 12.1, Stand F78

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