Überspringen

Formnext – Hub für Additive Manufacturing

Als zuverlässiger Partner der AM-Community sind wir immer an Ihrer Seite und bieten Ihnen neben der Messe in Frankfurt 365 Tage Informationen und Services rund um AM. Surfen Sie ab sofort durch unser Hub-Angebot rund um AM auf unserer neuen Website.

Zurück

Fraunhofer IWU erforscht nachhaltige Rohstoffe für 3D-Druck

Satte Sounds aus dem Pilzgehäuse

16.05.2024

Pilzmyzel ist ein nachwachsender Rohstoff, der verschiedene Materialien nachhaltig ersetzen kann, beispielsweise tierisches Leder, Verpackungsmaterial aus Holz, Pappe oder Styropor und Dämmwolle. Ein Forscherteam am Fraunhofer IWU hat nun ein weiteres Einsatzgebiet für die Pilzmyzelien erschlossen: 3D-gedruckte Bauteile, die hochwertige Transmission-Line-Lautsprecher noch besser klingen lassen. 

Bild: Fraunhofer IWU
Bild: Fraunhofer IWU

Besonders vielversprechend sind die Ergebnisse zur Programmierbarkeit des Pilzmyzelwerkstoffs für den Lautsprecherbau: Gewünschte Materialeigenschaften lassen sich in der Kultivierung des Myzels gezielt einstellen. So entstehen schaumartige Strukturen, die sich besonders zur Schallabsorption bzw. ­dämpfung nutzen lassen, während feste und glatte Strukturen sehr gut für die Schallreflektion geeignet sind. Myzel kann also sowohl als Dämmmaterial als auch für das Gehäuse verwendet werden.

Sogenannte Transmission-Line-Lautsprecher setzen für einen guten Tiefbass und möglichst wenig Resonanzen (Eigenschwingungen) des Lautsprechergehäuses auf eine Schallaustrittsöffnung im Gehäuse, die mit einem bis zu drei Meter langen Rohr im Innern des Gehäuses verbunden ist. Dieses Rohr muss in der Lautsprecher-Box mehrfach gefaltet werden, um Platz zu finden – wodurch sich eine komplexe Geometrie ergibt. Allein die hohen Herstellungskosten halten viele Hersteller mittlerweile von diesem Konstruktionsprinzip ab. Durch den 3D-Druck von Funktionskomponenten und Lautsprechergehäuse ließ sich diese Herausforderung lösen. Ganz nebenbei reduziert sich auf diese Weise die Zahl von Klebe- und sonstigen Fügeverbindungen. 

Bild: Fraunhofer IWU
Bild: Fraunhofer IWU

Pilzmyzel kommt im Boden in großen Mengen vor. Es lässt sich auch aus organischen Reststoffen wie Stroh, Holzresten, Sägespänen, Schilfresten oder Rückständen beim Bierbrauen (Treber) gewinnen. Das Material ist völlig ungiftig, Speisepilzen vergleichbar und vollständig biologisch abbaubar.

MEHR INFOS UNTER:

iwu.fraunhofer.de

Tags

  • Werkstoffe und Halbzeuge
  • Elektrotechnik und Elektronik
  • Nachhaltigkeit