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Sparen und beschleunigen

Wie AM die Entwicklung der Automobilproduktion mitgestaltet

Eigentlich ist die Automobilindustrie eine sehr kostengetriebene Branche. Trotzdem konnte sich die Additive Fertigung auch hier durchsetzen und spielt schon seit vielen Jahren eine wichtige Rolle. Jeder große Automobilkonzern und größere Zulieferer hat eine eigene AM-Entwicklungsabteilung. Denn die moderne Technologie kann helfen, die Entwicklungen und Produktion neuer Modelle zu beschleunigen, Autos zu individualisieren und vor allem große Summen einzusparen – zum Beispiel bei Ersatzeilen und Produktionsmitteln.

Vor rund anderthalb Jahren wagte BMW-Tochter MINI mit dem Projekt „MINI Yours Customised“ ein Programm, bei dem individualisierte Bauteile aus dem 3D-Drucker im Auto verbaut werden. Für BMW ist Additive Fertigung dabei schon lange nichts Neues mehr: Seit 2010 wurden in der Entwicklung und Prototypenfertigung sowie in der Serienfertigung eine Million Teile 3D-gedruckt.

Dabei zeigen sich die Vorteile additiver Fertigung nicht allein bei Serienbauteilen: Durch additiv gefertigte Produktionsmittel können Unternehmen bereits jetzt große Summen einsparen – und das zum Beispiel im Kunststoffbereich oft mit recht überschaubaren Investitionen. In diesem Bereich steigt die Zahl der Anwendungen und Möglichkeiten – auch durch die Entwicklung neuer Materialien. 

Große Ziele verbindet auch VW mit dem 3D-Druck. „Ein komplettes Fahrzeug wird wohl so schnell nicht aus dem 3D-Drucker kommen – die Zahl und Größe an Bauteilen aus dem 3D-Drucker wird aber deutlich zunehmen“, erklärte Dr. Martin Goede, Leiter Technologieplanung und -Entwicklung bei Volkswagen.

Jüngste Innovationen machen die Additive Fertigung für diese kostengetriebene Branche noch interessanter: Der 3D-Druck von Verbundwerkstoffen erreicht eine so hohe Festigkeit und Stabilität, dass sich damit zum Teil Metallteile ersetzen lassen. Außerdem steigen die Leistungen der Maschinen weiter und die Bauteilkosten sinken. Bei der Entwicklung der Kosten für Metallteile können zudem recht junge additive Technologien wie „Binder-“ oder „Material-Jetting“ für einen deutlichen Sprung nach unten sorgen.

Automobilisten spüren auch durch die verstärkte Nachfrage nach e-Autos den Druck, noch schneller neue Modelle auf den Markt zu bringen. Additive Fertigung bietet dabei nicht nur die Chance, die Entwicklungszeit zu verkürzen. Indem mehr und mehr Bauteile 3D-gedruckt werden, kann die Produktion deutlich schneller starten, da zum Beispiel nicht erst Werkzeug bestellt und angefertigt werden müssen. Gleichzeitig versuchen Hersteller, durch immer weitere Individualisierung von Komponenten wie Schaltknäufen oder Schlüssel, sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Und auch beim Thema Ersatzteile wird der 3D-Druck künftig nicht mehr wegzudenken sein: Zu verlockend ist die Aussicht darauf, auf Lagerhaltung zu verzichten und Bauteile auch nach Jahrzehnten unabhängig von Zulieferern zuverlässig anbieten zu können.

Einen Querschnitt der verschiedenen Verfahren des Additive Manufacturing, der verwendeten Materialien sowie der vor- und nachgelagerten Prozesse erhalten Sie auf der Formnext vom 19.-22.11.2019

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